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Von wegen neues Twilight

Es gibt unendlich viele Teenie-Filme, in denen das schmachtende hübsche Mädchen die Hauptrolle spielt. Bevor sie sich unsterblich verliebt, ist sie in der Regel aus dem einen oder anderen Grund sehr unglücklich. Sie fühlt sich zu hässlich, ist in der Schule unbeliebt, hatte noch nie einen Freund oder im schlimmsten Fall sind die Eltern sind tot. Letzteres ist auch bei Beautiful Creatures - Eine unsterbliche Liebe der Fall, doch die Tatsache wird nicht, wie gewohnt, aufdringlich instrumentalisiert, um eine normalerweise unwahrscheinliche Liebe möglich zu machen. Noch interessanter ist allerdings, dass die Geschichte diesmal hauptsächlich aus der Sicht des Jungen erzählt wird und dass diese willkommene Abwechslung sehr gut funktioniert, liegt vor allem an der überaus sympathischen Hauptfigur des Ethan Wate.


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Ethan lebt in einem kleinen Kaff im Süden der USA, wo überchristliche Spießer noch entscheiden wollen, was von ihren Kindern in der Schule gelesen werden darf. Als interessierter und neugieriger Mensch kann man sich hier nicht wohl fühlen und so ist Ethans einziger Lichtblick, bald aufs College zu gehen und den Mief der Kleinstadt hinter sich zu lassen. Als eines Tages die neue Schülerin Lena in die Klasse kommt, eilt ihr schon ein schlechter Ruf voraus. Ihr reicher Onkel, bei dem sie ab jetzt wohnt, verlässt nie sein unheimliches Anwesen, in dem sich zweifellos unchristliche Dinge zutragen müssen. Ethan hält nichts von den Gerüchten und zwischen den beiden herrscht von Anfang an eine große Anziehungskraft, die sich schnell in Liebe verwandelt. Lenas Familie ist davon alles andere als begeistert, denn sie birgt ein großes Geheimnis. Die 15-jährige hat mächtige magische Kräfte und an ihrem sechzehnten Geburtstag wird sich entscheiden, ob sich diese Macht zum Guten oder zum Bösen wendet.


Ethan Wate ist nicht unbedingt der typische Held einer Liebesgeschichte. Natürlich sieht er gut aus, aber ansonsten fehlt es ihm an den Qualitäten, von denen junge Mädchen normalerweise träumen. Er ist auf den ersten Blick weder geheimnisvoll, noch besonders stark oder selbstbewusst. Diese Eigenschaften bringt in diesem Fall Lena mit, wenn auch nur gezwungenermaßen, weil ihr Onkel um jeden Preis versucht zu verhindern, dass sie Beziehungen zu Normalsterblichen aufbaut. Ethan ist dagegen unbeholfen und sensibel, hat es aber trotz aller Schicksalsschläge geschafft, sich seine fröhliche Natur zu bewahren. Mit seiner unbeschwerten Art schafft er es mühelos, Lena für sich zu gewinnen und auch als Zuschauer kann man nicht anders, als ihn ins Herz zu schließen.


Bei Liebesgeschichten im Fantasy-Genre besteht immer die große Gefahr der unfreiwilligen Komik. Twilight ist das beste Bespiel dafür. Über Jacobs freien Oberkörper, Edwards deformierten Nippel und Bellas anhaltende Schnappatmung wurden unendlich viele Witze gemacht und irgendwann kann man von der Story nichts mehr ernst nehmen. Beautiful Creatures schafft es dagegen aber tatsächlich, solche Fettnäpfchen zu vermeiden.
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Vielleicht hätten alle Damen mit Zauberkräften hier und da ein wenig am Eyeliner sparen können, aber das war's dann auch schon. Hervorragende Kamera-Arbeit und überzeugende, nie übertriebende Special-Effects schaffen eine spannende Atmosphäre, in der die Schauspieler nicht in den Hintergrund gerückt werden, sondern durchgehend ihre Fähigkeiten beweisen können. Und die sind bei beiden Hauptdarstellern sehr ausgeprägt. Alice Englert verkörpert Lenas innere Zerrissenheit und das generelle Gefühlschaos, dass auch ein normales Mädchen in der Pubertät durchmachen muss, mit einer Natürlichkeit, die man in einer Fantasy-Geschichte höchst selten sieht. Über Jeremy Irons und Emma Thompson muss nicht viel gesagt werden, von den beiden erwartet man immer Gutes und wird auch diesmal nicht enttäuscht. Auch Emmy Rossum kann aus ihrer teilweise etwas undankbaren Rolle noch etwas machen.


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Ich weiß, viele Buch-Fans werden mit der hohen Wertung nicht einverstanden sein. Es ist halt wie immer - wichtige Stellen fehlen, geliebte Charaktere kriegen zu wenig Screentime, Ereignisse werden verdreht. Mich hat der Film, als Nicht-Kenner der Romanreihe, aber absolut positiv überrascht und ich werde mir die nächsten Teile nicht entgehen lassen.


Fazit: Der Vergleich mit Twilight wird Beautiful Creatures absolut nicht gerecht, und Gegner des Vampir-Schinkens sollten sich davon auf keinen Fall abschrecken lassen. Hier wird in einem interessanten Fantasy Setting mit begrenzten Klischees, eine authentische Liebesgeschichte erzählt, die tatsächlich ans Herz geht.


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Spinelli313 @fandom 10:31, 4. Apr. 2013 (UTC)

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