FANDOM


Die Idee, für eine Komödie über einen Mafioso im Ruhestand ausgerechnet den Schauspieler zu besetzen, der als "Der Pate" einen der berühmtesten Mob-Bosse aller Zeiten verkörpert hat, ist sicher reizvoll - allerdings nicht neu. Schon in "Reine Nervensache" von 1999 sahen wir Robert De Niro als entglorifizierten Gangster, der plötzlich an Heulkrämpfen und Erektionsproblemen leidet. In "Malavita - The Family" ist seine Figur ein bisschen anders angelegt, aber von der Herangehensweise kann man die beiden Filme durchaus vergleichen.


Malavita 3
Giovanni Manzoni ist ein ehemaliger Mafioso aus New York, der auf der Spitze seiner Macht mit der Polizei kooperiert und einige seiner Kollegen hinter Schloss und Riegel gebracht hat. Um ihn und seine Familie zu schützen, führte dann natürlich kein Weg mehr am Zeugenschutzprogramm vorbei, doch bisher war kein Versteck sicher genug, um dort lange zu verweilen. Der neuste Unterschlupf liegt irgendwo in Südfrankreich. Die Manzonis spielen die Familie Blake und sollen sich möglichst unauffällig in die ruhige Dorfgemeinschaft eingliedern. Mit einer Familie, die es nicht gewohnt ist, ihre Angelegenheiten auf "normale" Art und Weise zu lösen, ist das allerdings gar nicht so einfach. Der 14-jährige Sohn Warren manipuliert die neuen Mitschüler nach ausgefuchster Manier in seinem Interesse, während seine ältere Schwester Belle die Dinge weniger kompliziert angeht. Wer ihr doof kommt, wird kurzerhand bewusstlos zusammengeschlagen - da kommt sie ganz nach ihrem Vater. Auch die Ehefrau Maggie ist kein Fan von klärenden Gesprächen. Wenn jemand über sie lästert, greift sie zu Spriritus und Streichholz. Trotzdem geben die Blakes auf ihre Art ihr Bestes, denn die Sicherheit der Familie steht letztendlich immer an erster Stelle.


Malavita 2
Regisseur Luc Besson ist in Hochform unbestritten ein Meister seines Fachs und "Léon - der Profi" gehört zu meinen absoluten Lieblingsfilmen. Mit "Malavita" hat er allerdings einen Film abgeliefert, der größtenteils strukturlos zusammengewürfelt und vor allem immer wieder schmerzhaft trivial daherkommt. Da können selbst die grandiosen Schauspieler nicht mehr viel retten. Robert De Niro ist nicht der einzige mit Mafia-Schauspielerfahrung - auch Michelle Pfeiffer schaffte ihren Durchbruch mit "Scarface - Toni, das Narbengesicht". In wenigen authentischen Momenten könnte man ihre Figur Maggie auch glatt für eine ältere Version der Elvira Hancock aus Scarface halten - wenn sie zum Beispiel Angst um ihre Familie hat, oder mit Giovanni auf dem Sofa herumturtelt. In solchen Momenten gelingt es den Schauspielern, uns diese völlig entrückten Figuren etwas näher zu bringen. Wenn dann aber in der nächsten Szene wieder diverse Unschuldige halbtot geprügelt, oder in Säure getaucht werden, schaltet man schnell ab und genau das ist das Hauptproblem von "Malavita".


Malavita 1
Es gibt viele Beispiele für Anti-Helden, die man trotz aller menschlichen Abgründe ins Herz schließt, vor allem bei tiefschwarzen Komödien, die ihre ganz eigenen Regeln von Komik und Moral haben. Der Nazi in "Adams Äpfel" oder die mordende Tina in "Sightseers" sind solche Figuren. Für eine schwarze Komödie ist "Malavita" aber zu wenig stilisiert und die absurd brutalen Tendenzen aller Figuren wirken meistens einfach nur fehl am Platz und keineswegs komisch. Die Tochter Belle würde gut als eine blonde Ausgabe der kleinen Wednesday aus der Adam's Family funktionieren, stattdessen spielt der 27-jährige Glee-Star Dianna Agron aber eine ziemlich nervige 16-jährige Mischung aus Schlägerbraut und Engelchen, das seine Unschuld an die Liebe ihres Lebens velieren will. Die größte Aufmerksamkeit haben die Drehbuchautoren natürlich dem Familienoberhaupt gewidmet, aber das macht die Sache fast noch schlimmer. De Niros Figur wird in einer Aneinanderreihung von ziemlich beliebig wirkenden Szenen von einem Gemüt ins nächste geworfen, was vermutlich Tiefe und Facettenreichtum vermitteln soll, allerdings den genau gegenteiligen Effekt hat. Bis zum Filmende wirkt Giovanni Manzoni undurchsichtig und seine Spleens nur behauptet.


Die letzte Viertelstunde dreht sich der Film plötzlich um 180° und man kann als Zuschauer nur fragen, was Besson uns die ersten 90 Minuten für einen seltsamen Quatsch gezeigt hat, wenn er dann doch zu einem ziemlich tollen Finale fähig ist. Denn ein Publikum wieder mitzureißen, dem eigentlich alle Hauptfiguren ziemlich schnuppe sind und das sich zwischendurch vermutlich oft gewünscht hat, dass die Leute doch endlich über den Haufen geschossen werden sollen, damit der Film ein Ende hat, ist fast schon wieder ein Geniestreich.


Fazit: "Malavita" ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit von überdurchschnittlichen Künstlern, wie man es sich enttäuschender kaum hätte vorstellen können. Nur kleine Lichtblicke lassen den Zuschauer bis zum gelungenen Finale durchhalten.


Clap-cinemaClap-cinemaClap-cinemaClap-cinema hellClap-cinema hellClap-cinema hellClap-cinema hellClap-cinema hellClap-cinema hellClap-cinema hell

Spinelli313 @fandom 17:08, 20. Nov. 2013 (UTC)

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Auch bei FANDOM

Zufälliges Wiki