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Entschieden zu viel Googliness

Vince Vaughn und Owen Wilson gehören zu Hollywoods beliebtesten Comedians und haben 2005 in "Die Hochzeitscrasher" schon bewiesen, dass sie als Team Gold wert sind. Jetzt ist das gutaussehende Chaos-Gespann mit Prakti.com zurück. Die Idee für die Geschichte kam von Vaughn selbst und auch am Drehbuch schrieb das 1,96 m große Multitalent mit. Das zeigt sich in den größtenteils authentisch-komischen Dialogen, aber leider können die auch nicht ganz über die komplett vorhersehbare Handlung hinwegtrösten.


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Billy und Nick sind die besten Freunde und dazu noch ein unschlagbares Sales-Team. Mit ihrer offenen und charmanten Art können die beiden fast alles verkaufen und sind deshalb völlig perplex, als der Chef ihnen eröffnet, dass die beiden ihre Jobs los sind. Er sieht im digitalen Zeitalter keinen Bedarf mehr an realen Verkäufern und so stehen die Zwei plötzlich auf der Straße. Nick will sich schon fast damit abfinden und nimmt einen undankbaren Job als Matratzen-Verkäufer an, doch Billy hat ganz andere Pläne: Er will endlich einen Arbeitsplatz, wo nicht nur das Geld stimmt, sondern auch das Lebensgefühl. Er fängt mit seiner Suche ganz oben an und kann tatsächlich ein Vorstellungsgespräch für ein Praktikum bei Google arrangieren. Der Haken: Nur 5% aller Praktikanten kriegen nach dem Programm auch einen Arbeitsvertrag angeboten. Dazu kommt, dass von den technikbegabten Elite-Uni-Absolventen keiner mit den beiden zusammenarbeiten will und sie letztendlich in einem Team mit allen "Zurückgebliebenen" landen.


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"Prakti.com" ist scheinbar schon allein deshalb interessant, weil die Handlung sich nicht in der 1000. fiktiven Werbagentur, Verlag oder Plattenfirma abspielt, sondern in einem Betrieb, dessen Produkte wir alle jeden Tag benutzen. Jeder kennt Googles Ruf als Arbeitgeber, der jeden Traum wahr macht und jetzt können wir tatsächlich mal einen Blick ins Innere des Konzerns werfen... Pustekuchen. Der Tatsache, dass in einem Hollywood-Hochglanzfilm mit Einverständis des Technik-Giganten kein realistisches, geschweige denn in irgendeiner Form negatives Bild gezeichnet werden kann, muss man sich als Zuschauer natürlich bewusst sein. Aber ob Google jetzt der perfekte Arbeitgeber ist oder nicht - die Firma bietet zumindest eine scheinbare Sicherheit, nach der sich viele junge Leute, nicht nur Amerikaner, sehnen, wenn sie die Uni verlassen. Dieses Thema des gescheiterten amerikanischen Traums - dass es nämlich eben nicht mehr reicht, klug zu sein und hart zu arbeiten - wird im Film zwar mal angesprochen, dann aber leider schnell wieder unter den Teppich gekehrt und das aus gutem Grund. Wenn man nämlich wirklich zugeben wollte, dass manchmal weder voller Einsatz, noch ein gutes Herz ausreichen, um ein Ziel zu erreichen, würde das komplette Konzept des Films nicht mehr funktionieren.


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Obwohl an die 100 Praktikanten und somit ca. 20 Teams um die festen Jobs bei Google konkurrieren, wird von Anfang an nur eine einzige Gruppe zu den Gegenspielern ausgerufen. Deren Anführer ist natürlich ein arroganter Jüngling, der besonders gemein zu Billy und Nick war, jetzt auch seine Kollegen schlecht behandelt und keinen Respekt vor Mitmenschen hat, wenn sie ihm nicht explizit von Nutzen sind - kurz gesagt: ein Arschloch durch und durch. Dass es solche Menschen in der Realität normalerweise nur äußerst selten gibt und sie noch dazu ziemlich uninteressant sind, scheint den Drehbuchautoren auf ihrer Suche nach einem klaren Antagonisten wohl wenig interessiert zu haben. Wie dieser Kampf von Gut gegen Böse, Außenseiter gegen Privilegierte, Kopf gegen Herz ausgeht, muss ich wohl nicht mehr erwähnen.


Bei all den Klischees und endloser Google-Werbetrommelei dürfen aber die Qualitäten von Vaughn, Wilson und den vielen charmanten Nebencharakteren nicht unter den Tisch gekehrt werden. Wenn man sich einmal aufgeregt hat und dann trotzdem weitergucken will, kann man sich doch auf einige Lacher und schöne Momente freuen. Letztendlich verfehlt dieser typische "Feelgood-Movie" sein Ziel nämlich nicht komplett. Man schließt die beiden Chaoten auf jeden Fall ins Herz und gönnt ihnen jeden Erfolg - ganz egal wie unrealistisch oder emotional-schleimig der auch sein mag. Jeder Zuschauer, der noch nicht komplett zynisch geworden ist, wird sich an einigen Szenen erfreuen können und am Ende das Kino vermutlich ein klitzekleines bisschen besser gelaunt verlassen, als er es betreten hat - und mehr will man ja manchmal gar nicht.


Fazit: Wer Genre-Klischees kennt und akzeptiert, wird an Prakti.com durchaus seinen Spaß haben können. Alle anderen sollten diese Komödie besser auslassen.


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