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Horror im Kloster

Der mittlerweile fünfte Film des Conjuring-Universums macht bereits zu Beginn klar, dass es sich bei selbigem eigentlich um den ersten Teil handelt, zumindest wenn man die bisher erschienen Streifen in eine zeitliche Abfolge bringen will. Regisseur Corin Hardy (The Hallow) nimmt uns mit auf eine Zeitreise ins Rumänien der Mitte des 20. Jahrhunderts. Schauplatz vonThe Nun ist ein passenderweise genauso altes wie vernebeltes Kloster namens Mănăstirea Cârța in Siebenbürgen und mit diesem Film bekommt der (oder die?) dämonische “Valak” nach “Annabelle” und vor dem “Crooked Man” aus The Conjuring 2 sein (oder ihr) eigenes Spin-Off.


The Nun 3
Rom, 1952. Pater Burke (Demián Bichir, A Better Life), welcher in seiner Eigenschaft als Ermittler des Vatikans sonst für die Untersuchung von sogenannten “Wundern” zuständig ist, bekommt den Auftrag, den Selbstmord einer jungen Nonne in eben jenem rumänischen Kloster zu untersuchen. Gemeinsam mit der jungen Novizin Irene (Taissa Farmiga, American Horror Story), einem Einheimischen (Jonas Bloquet, “Elle”) und dem Franzosen Frenchie (“Eigentlich bin ich Franko-Kanadier, aber das klingt nicht so sexy”), macht er sich auf den Weg zur Abtei. Frenchie war als Lieferant für Lebensmittel derjenige, welcher die bedauernswerte Schwester mit einer Schlinge und einigen hungrigen Krähen an ihrem Hals vor dem Eingangsportal fand.


***Achtung Spoiler!*** Dass im Kloster nicht alles mit rechten Dingen zugeht, bemerken die drei zunächst daran, dass tausende Holzkreuze ringförmig um das Gebäude aufgestellt sind. Und dass das mehrere Wochen alte Blut der Nonne auf der Treppe so frisch wie am Tage ihres Ablebens erscheint, verstärkt das Unbehagen. Die meisten wären wohl spätestens in dem Moment wieder abgereist, als das Team die von Frenchie (der sich zum Schluss als ein “Maurice” outet) in eine unterirdische Kühlkammer gelegte Leiche in nunmehr sitzender Position vorfindet. Doch zu unser aller Glück hat Pater Burke schon schlimmeres hinter sich als dieses bisschen Hokuspokus und so bemerken sie in Kürze, dass die Holzkreuze draußen nicht etwa dafür da sind, etwas fernzuhalten, sondern um den Verantwortlichen für den Spuk an der Flucht zu hindern.


The Nun 2
Im Verlauf des Films finden die Protagonisten nämlich heraus, dass das Kloster nicht immer ein Kloster war, im Mittelalter diente das ehemalige Schloss seinem Besitzer als Versuchsraum für allerlei satanische Rituale, bei denen es ihm möglich wurde, Valak (Bonnie Aarons, The Conjuring 2), einen wahrhaft teuflischen Dämon aus der Tiefe aufsteigen zu lassen. Doch die Kirche wusste dies in letzter Sekunde zu verhindern und versiegelte das Tor zur Hölle. Seitdem passten Ordensschwestern darauf auf, dass dies auch so bleibt. Dieser Plan ging jahrhundertelang auch auf, bis zu jenem schicksalhaften Tag während des Zweiten Weltkriegs, als mehrere Bomben das Kloster trafen und die Erschütterungen dafür sorgten, dass Valak entkommen konnte. Da Dämonen einen menschlichen Körper brauchen, von dem sie Besitz ergreifen können, erklärt sich das Erscheinungsbild des Geistes wie von selbst und Burke erkennt, dass sich die junge Nonne nicht freiwillig das Leben nahm, sondern als letzte der Hüterinnen mit ihrem Freitod der Inbesitznahme ihres Körpers durch Valak zuvorkam. Alles, was nun noch zu tun bleibt ist, den Dämon zu besiegen.


The Nun fügt sich geschmeidig in die Conjuring-Reihe ein. Der Film, welcher mit sich stetig aufbauender Spannung und Schockeffekten zu überzeugen weiß, ist einem Team zu verdanken, das bereits Teil namhafter Produktionen wie Lights Out, Annabelle 2, Black Mirror oder Ouija: Ursprung des Bösen war. Wer diese Art Horror mag, wird begeistert sein, für diejenigen, die The Conjurin” nicht kennen, ist The Nun der ideale Einstieg in diese Filmreihe, deren Ende mit einem dritten Teil von The Conjuring und einem Spin-Off zum Crooked Man zum Glück sehr weit nach hinten verschoben wurde. Während mit Rec. oder Paranormal Activity ähnliche Serienversuche schnell in der Versenkung verschwanden, macht New Line Cinema in diesem Fall wirklich alles richtig.

Springteufel (Diskussion) 17:38, 8. Sep. 2018 (UTC)